
L66 / Burgkunstadt · Übergang, Offenheit, Nutzbarkeit
Ein Gedanke, viele Entscheidungen
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Mensch & Raum
Perspektive
Nicht der Architekt steht im Mittelpunkt. Sondern der Mensch.
Architektur soll nicht der Selbstverwirklichung des Entwerfenden dienen. Sie soll Lebensräume schaffen, die den Bedürfnissen ihrer Nutzer gerecht werden – funktional, emotional und atmosphärisch.
Dabei geht es um weit mehr als gut organisierte Grundrisse.
Räume wirken auf unseren Körper und unsere Wahrnehmung. Licht, Luft, Temperatur, Akustik und Materialität beeinflussen unser Wohlbefinden. Übersicht und Rückzug vermitteln Sicherheit. Räume können Begegnungen fördern, ohne sie zu erzwingen. Sie können Freiraum für Individualität schaffen und den Menschen ermöglichen, sich mit einem Ort zu identifizieren.
Auch Orientierung, verständliche Raumfolgen und eine klare räumliche Organisation sind wesentlich. Die Architekturpsychologie liefert dafür wichtige Erkenntnisse.
Ästhetik ist dabei kein Selbstzweck. Proportion, Rhythmus, Licht, Material und Atmosphäre sind Teil einer Architektur, die den Menschen als Ganzes anspricht.
Gute Architektur sieht nicht nur gut aus. Sie fühlt sich richtig an. Und sie funktioniert.
S03 / Reundorf · Schutz, Offenheit, Raum
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Transformation
Bestand

ZONA / Casa Anzonico · Alt und Neu im Dialog
Das Vorhandene ist kein Hindernis. Es ist eine Chance.
Jedes bestehende Gebäude besitzt einen Wert. Nicht nur durch seine Materialien und die Energie, die bereits in ihm steckt, sondern auch durch seine Geschichte, seine räumlichen Qualitäten und seine Bedeutung für einen Ort.
Deshalb beginnt nachhaltiges Bauen für mich mit der Frage, was bereits vorhanden ist und wie es weitergenutzt werden kann.
Eine alte Scheune wird zum Wohnhaus mit Büro. Ein verfallenes Rustico erhält neues Leben. Ein ehemaliger Supermarkt wird zum Wohn- und Geschäftshaus. Solche Transformationen zeigen, dass Zukunft nicht immer durch Neubau entstehen muss.
Dabei geht es nicht darum, alles um jeden Preis zu bewahren. Sondern darum, bewusst abzuwägen, was erhalten, verändert, ergänzt oder neu gedacht werden sollte.
Weiterbauen bedeutet, Ressourcen zu achten und Bestehendem eine neue Zukunft zu geben.
Ein Grundsatz, der alle Projekte verbindet.
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Ressourcen & Zukunft
Verantwortung
Nicht nur für heute bauen. Sondern für morgen mitdenken.
Bauen verbraucht Ressourcen, verändert Landschaften und hinterlässt Spuren. Viele dieser Entscheidungen wirken weit über unsere eigene Lebenszeit hinaus.
Für mich bedeutet nachhaltiges Bauen deshalb mehr als Energieeffizienz oder die Verwendung einzelner ökologischer Materialien. Es beginnt mit einer ganzheitlichen Betrachtung des Gebäudes – von seiner Entstehung über die Nutzung und mögliche Veränderung bis zum späteren Rückbau.
Welche Materialien verwenden wir? Woher kommen sie? Wie lange halten sie? Lassen sie sich reparieren, trennen, wiederverwenden oder in einen Materialkreislauf zurückführen?
Kreislaufgerechtes Bauen und Design for Disassembly sind wichtige Bestandteile dieses Denkens. Dazu gehören eine bewusste Materialwahl, nachwachsende Rohstoffe, langlebige Konstruktionen und der möglichst geringe Einsatz problematischer oder schwer trennbarer Materialverbünde.
Ebenso wichtig ist der verantwortungsvolle Umgang mit Energie und Wasser: durch durchdachte Gebäudehüllen, regenerative Energieversorgung, Regenwassernutzung und begrünte Flächen.
Nachhaltigkeit ist für mich kein Zusatz zur Architektur. Sie ist Teil ihrer Verantwortung.

S04 · Material, Hülle, Lebensdauer
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Angemessenheit
Einfachheit

S03 / Reundorf · Material und Einfachheit
Weniger Komplexität. Mehr Intelligenz.
Gute Architektur muss nicht kompliziert sein.
Oft entstehen die überzeugendsten Lösungen durch klare Gedanken, intelligente Grundrisse, einfache Konstruktionen und den bewussten Umgang mit Material.
Ich hinterfrage technische und konstruktive Standards dort, wo sie unnötige Komplexität erzeugen, ohne einen entsprechenden Mehrwert zu schaffen. Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll.
Einfaches Bauen bedeutet für mich keinen gestalterischen Verzicht. Es bedeutet, die richtigen Mittel einzusetzen, Konstruktionen nachvollziehbar zu entwickeln und Lösungen auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Wirtschaftlich zu bauen heißt nicht zwangsläufig, möglichst billig zu bauen. Es heißt, Kosten, Qualität, Nutzungsdauer, Wartung und Anpassungsfähigkeit gemeinsam zu betrachten.
Die beste Lösung ist nicht die aufwendigste. Sondern die, die mit angemessenen Mitteln am meisten erreicht.
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Idee & Umsetzung
Konstruktion
Gestaltung und Konstruktion sind kein Widerspruch.
Architektur entsteht für mich im Zusammenspiel von Entwurf, Material und Konstruktion.
Eine gestalterische Idee muss sich bis ins Detail weiterdenken lassen. Tragwerk, Gebäudehülle, Fügung, Materialität und Bauphysik sind deshalb keine nachgeordneten technischen Aufgaben. Sie prägen den Entwurf von Anfang an.
Meine Ausbildung im Zimmererhandwerk, die Arbeit in internationalen Architekturbüros und meine langjährige Erfahrung in Planung, Ausführung und Lehre haben dieses Verständnis geprägt.
Ich schätze die Klarheit einer durchdachten Konstruktion, die Ehrlichkeit eines Materials und die Präzision eines Details, das nicht mehr sein will, als es sein muss.
Jede Bauaufgabe, jeder Ort und jeder Mensch verlangt eine eigene Antwort. Die Qualität einer Architektur zeigt sich auch darin, wie selbstverständlich sich Gestaltung, Funktion und technische Umsetzung zu einem Ganzen verbinden.
Eine gute Konstruktion trägt nicht nur ein Gebäude. Sie trägt auch seine architektonische Idee.

S04 · Konstruktion, Form, Material und Fügung
Was bleibt
Architektur als Verantwortung
Gebäude bleiben. Sie prägen den Alltag von Menschen, das Gesicht unserer Orte und den Umgang mit unseren Ressourcen – oft über viele Generationen.
Ich glaube an eine Architektur, die den Menschen ernst nimmt, das Vorhandene wertschätzt, Ressourcen bewusst einsetzt und gestalterische Qualität nicht mit Komplexität verwechselt.
An Räume, die nicht nur beeindrucken, sondern bereichern.
